Neubau-News KW 22/26: Immobilienkauf wird digitaler

Neubau-News KW 22/26: Immobilienkauf wird digitaler

Neue Impulse prägen den deutschen Immobilienmarkt Ende Mai 2026. Zwar ist die Anzahl fertiggestellter Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 2012 gefallen, aber Branchen- und Politikvertreter suchen nach Wegen aus der Baukrise. Erste Stabilisierungstendenzen zeigen sich bei digitalisierten Immobilienkäufen sowie regionalen Preisprognosen.

Die wichtigsten Entwicklungen der neuen Immobilienwoche im Überblick:

News 1: Wohnungsneubau auf Tiefstand – Branche fordert „Bau-Turbo II“

Branchenverbände warnen eindringlich davor, dass die Zahl fertiggestellter Neubauten 2026 unter die Marke von 200.000 Wohnungen fallen könnte. Die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) belegen: 2025 wurden nur noch ca. 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das ist ein Rückgang von 18% gegenüber dem Vorjahr – und der niedrigste Wert seit 2012. Hohe Baukosten, gestiegene Finanzierungskosten sowie lange Genehmigungsverfahren bremsen weiterhin zahlreiche Neubauprojekte aus.

Bundesbauministerin Verena Hubertz stuft diese Zahlen als „Resultat der vergangenen Krisenjahre“ ein, so berichtet es die „Rheinische Post“. Die Bauwirtschaft fordert deshalb schnellere Genehmigungen, einfachere Baustandards und verlässlichere Förderprogramme. Immerhin ziehen Baugenehmigungen seit einigen Monaten wieder leicht an (wir berichteten).

Ein breites Verbände-Bündnis aus BAUINDUSTRIE, ZIA, bbs, BDA, BDB, BFW, GdW, IVD, VBI, VDIV und vdp und fordert jetzt einen „Bau-Turbo II“ mit 6 Sofortmaßnahmen: ein neuer gesellschaftlicher Konsens für den Wohnungsbau, verlässliche Förderpolitik gewährleisten, steuerliche Rahmenbedingungen verbessern, stabile Finanzierung sicherstellen, einfaches Bauen (Gebäudetyp E muss kommen) und Mietenregulierung nicht weiter unnötig verschärfen.

Warum das wichtig ist: Der jährliche Bau-Rückgang verschärft den Wohnungsmangel in vielen Regionen. Käufer sollten nicht zu lange mit einem Neubauprojekt liebäugeln und dem Erwerb warten. Seitens der Branche steigt gleichzeitig der politische Druck, Genehmigungen zu beschleunigen sowie das Bauen wieder wirtschaftlich rentabler zu machen. Vielleicht entfaltet ein „Bau-Turbo II“ dann Wirkung.

News 2: Bundestag beschließt Digitalisierung bei Immobilienkauf

Künftig sollen zentrale Abläufe zwischen Notaren, Gerichten, Behörden und Finanzämtern deutlich stärker digital abgewickelt werden. Der Bundestag hat nun das Gesetz zur „Digitalisierung des Vollzugs von Immobilienverträgen“ beschlossen – ganz im Sinne der Staatsmodernisierung. Ziel ist es, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), Prozesse beim Immobilienkauf zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Die Bundesnotarkammer bezeichnete den Gesetzentwurf als „Meilenstein“ für die Immobilienwirtschaft.

Anträge, Anzeigen und Genehmigungen sollen künftig elektronisch über sogenannte strukturierte Datensätze sowie standardisierte Begriffe übermittelt werden. Die Bundesregierung rechnet hierdurch mit geringeren Finanzierungskosten für Käufer. Neben einer schnelleren Bearbeitung steigt auch die Transparenz. Immobilienkäufer können digitale Abläufe schneller nachverfolgen und wissen sofort, in welchem Stadium sich ihr Immobilienkauf befindet.

Warum das wichtig ist: Schnellere digitale Prozesse können Immobilienkäufe günstiger, transparenter sowie effizienter gestalten. Das ist ein wichtiger Modernisierungsschritt für den deutschen Immobilienmarkt. Wie digital der Immobilienkauf sein kann, erfährst du auch in diesem Überblick.

News 3: Bauzinsen bleiben voraussichtlich im Seitwärtsmodus

Der Traum von sinkenden Bauzinsen dürfte sich auch im 2. Halbjahr 2026 vorerst nicht erfüllen. Wie die Berliner Morgenpost berichtet, erwarten Branchenexperten überwiegend eine sogenannte Seitwärtsbewegung. Prognostiziert werden moderate Ausschläge von etwa 0,2 – 0,3 Prozentpunkten. Aktuell liegen viele Immobilienfinanzierungen weiterhin bei einem Sollzins von rund 3,5%.

Warum das wichtig ist: Die zwar nicht sinkenden, aber stabil bleibenden Bauzinsen sorgen für Planbarkeit. Käufer sollten sich darüber im Klaren sein, dass neben Bauzinsen noch andere Kriterien erheblich bedeutender für Immobilienfinanzierungen sein können – darunter Eigenkapital, Schenkungen, Erbschaft, Lage und Energieeffizienz. Dadurch lassen sich monatliche Finanzierungsraten erheblich verbessern.

News 4: Grunderwerbsteuer bleibt große Hürde für Käufer

Eine Analyse von ImmoScout24 zeigt, wie stark die Grunderwerbsteuer Immobilienkäufer belastet. Besonders in Berlin und Hamburg müssen Durchschnittsverdiener beinahe 2,5 Jahre sparen, um allein diese Steuer des Immobilienkaufs finanzieren zu können. Grund ist die Kombination aus hohen Immobilienpreisen sowie eben – je nach Bundesland – hohen Steuersätzen.

Während Bayern mit 3,5% den niedrigsten Grundsteuersatz erhebt, verlangen mehrere Bundesländer auch 6,5% – darunter Brandenburg und das Saarland. Daher gewinnt die Debatte über Entlastungen für Erstkäufer wieder an Dynamik. Der Eigentümerverband Haus & Grund fordert inzwischen Steuererleichterungen und Freibeträge für junge Käufer.

Warum das wichtig ist: Kaufnebenkosten bleiben für viele Haushalte die größte Eintrittsbarriere ins Wohneigentum. Insbesondere an der Stellschraube der Grunderwerbsteuer lässt sich drehen. Junge Käufer können sich noch überlegen, beispielsweise den Immobilienkauf in ein günstigeres Nachbarbundesland zu verlegen, wo weniger Grundsteuer anfällt.

News 5: Wohnatlas 2026 prognostiziert steigende Immobilienpreise

Die neue Studie „Postbank Wohnatlas 2026“ – von Experten des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) in Auftrag der Postbank – prognostiziert für viele Regionen Deutschlands steigende Immobilienpreise bis 2035. Gerechnet wird im Schnitt mit einem jährlichen Preisplus von 0,41% bei Eigentumswohnungen im Bestand (inflationsbereinigt). Vor allem Großstädte wie Leipzig, aber auch Umlandregionen von Metropolen (z.B. von Berlin), Teile Süddeutschlands sowie deutsche Ferienregionen, z.B. in Schleswig-Holstein, dürfen demnach von künftigen Wertsteigerungen profitieren.

Als wichtiger Treiber gilt weiterhin die schwache Bautätigkeit bei gleichzeitig hoher Wohnraumnachfrage.

Warum das wichtig ist: Trotz aktueller Marktunsicherheiten sehen viele Experten langfristig Potenzial für Wertsteigerungen von Immobilien. Wachstumsregionen mit herausragender Demografie und Wirtschaftskraft punkten hierbei vor allem.

Fazit der Woche: Zwischen Krise und Hoffnung

Die Signale dieser Woche zeigen: Immobilienbranche und Bauwirtschaft stehen weiterhin zwischen Krise und Neustart. Der massive Einbruch beim Wohnungsbau erhöht den politischen Handlungsdruck.

Gleichzeitig sorgen Digitalisierung, stabilere Finanzierungsbedingungen und regionale Preisprognosen dafür, dass Käufer und Investoren wieder stärker nach Chancen im Markt suchen.

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Title Image:   © KI-generierte Visualisierung

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