Ich will Nachhaltigkeit – worauf muss ich beim Immobilienkauf achten? 

Ich will Nachhaltigkeit – worauf muss ich beim Immobilienkauf achten? 

Nachhaltigkeit spielt beim Immobilienkauf eine zentrale Rolle – für die Umwelt, für die eigene Lebensqualität und nicht zuletzt für den Werterhalt deiner Immobilie. Zentrale Bausteine einer nachhaltigen Immobilie sind der Effizienzhausstandard, der Energiebedarf, die eingesetzten Materialien, Energiequellen und nicht zuletzt der Faktor Lage. Erfahre wie diese Komponenten ineinander spielen und worauf du beim Immobilienkauf achten solltest, wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist.  

Auf neubau kompass findest du rund 1.400 Neubau-Immobilien der unterschiedlichsten Effizienzhausklassen. neubau kompass ist werbefrei und bietet eine leserfreundliche Navigation im High End-Design. 

Um herauszufinden, wie nachhaltig dein Neubau ist, schau dir die Energieeffizienz des Gebäudes an. Moderne Neubauten erfüllen in der Regel hohe Standards, doch es lohnt sich, genauer hinzusehen. Der Vermarkter ist verpflichtet, dir Informationen zu den folgenden Parametern zur Verfügung zu stellen.  

  • Energieeffizienzklasse (z. B. A+ oder A) 
  • KfW-Standard (z. B. Effizienzhaus 40 oder 55) 
  • Primärenergiebedarf laut Energieausweis
  • Wärmedämmung von Dach, Fassade und Fenstern

Je niedriger der Energiebedarf, desto geringer sind nicht nur die CO₂-Emissionen, sondern auch deine laufenden Kosten. 

Eine Hand vor einem modernen Smart Meter Gerät an der Wand.
Je besser die Energieeffizienz desto niedriger der Energieverbrauch. Bild: pixabay ClickerHappy

Die Energieeffizienzklasse beziffert, wie viel Energie ein Gebäude im Jahr für Heizung, Lüftung, Kühlung und Warmwasser braucht. Ergo kannst du anhand der folgenden Kategorien einschätzen, wie hoch der Energieverbrauch in deinem Neubau-Domizil wird. Vergleichbar mit Elektrogeräten gibt es auch bei Immobilien die Energieeffizienzklassen A+ bis H. Wobei A die beste Energieeffizienz bezeichnet und H die schlechteste.  

Optimal ist, wenn das Gebäude der Energieeffizienzklasse A+ entspricht. Dieses Haus  verbraucht, oft als Passivhaus, die geringste Energiemenge und ist demzufolge bezogen auf die Energiekosten am günstigsten für seine Bewohner. Häuser und Eigentumswohnungen mit einer guten Energieeffizienzklasse erhalten in der Regel auch die höchsten Förderbeträge, zum Beispiel von der KfW-Bank. 

Was bezeichnet der Effizienzhaus Standard eines Neubaus? 

Der Effizienzhaus Standard ist ein Indikator für den Primärenergiebedarf eines Gebäudes (inkl. Energieerzeugung und Verluste) und die Wärmedämmung der Gebäudehülle). 

Die KfW-Bank vergibt ihre Förderkredite für Immobilienkäufer anhand des Effizienzhaus-Standards eines Gebäudes.

Es gelten zwei Effizienzhausstandards: 40 und 55. Je kleiner die Kenn­zahl ist, desto geringer ist der Energie­bedarf der Immobilie. Als Vergleich dient ein Referenz­gebäude, das den Vorgaben des Gebäude­energie­gesetzes (GEG) entspricht und dem Effizienzhaus Standard 100 gleich kommt. Ein Neubau mit Effizienzhaus Standard 40 verbraucht demzufolge 40 Prozent der Energie, die das Referenzgebäude beansprucht.  

Informiere dich über die Förderbeträge für unterschiedliche Effizienzhaus Standards.

Welche Heizsysteme und Energiequellen sind garantiert nachhaltig? 

Eng mit der Energieeffizienz einer Neubau-Immobilie verknüpft ist die Frage, womit und wie geheizt wird. Während klassische Gas- oder Ölheizungen schnell in den Fokus regulatorischer Einschränkungen und politischer Veränderungen geraten, gelten Energiesysteme auf Basis erneuerbarer Energien als zukunftssicher.   

Ein Monteur befestigt Solarpanele auf einem Dach.
Eine Solaranlage auf dem Dach zählt zu den beliebten nachhaltigen Energieerzeugern. Bild: unsplash Raze Solar

Orientiere dich an zukunftsfähigen Lösungen zur Energieversorgung: 

  • Solarthermie 
  • Wärmepumpen
  • Photovoltaikanlagen 
  • Anschluss an Fernwärme (idealerweise aus erneuerbaren Quellen) 

Nachhaltige Baustoffe: Was steckt im Gebäude? 

Die beim Bau verwendeten Materialien spielen eine wichtige Rolle – sowohl für die Umwelt als auch für Deine Gesundheit. Wenn beispielsweise Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft eingesetzt wird oder schadstoffarme Baustoffe verwendet werden, wirkt sich das positiv auf das Raumklima aus. Du wohnst dann nicht nur nachhaltiger, sondern oft auch spürbar angenehmer.  

Wenn du Bauherr:in bist, kann der Baustoff Lehm eine Empfehlung für dich sein. Informiere dich im Vorfeld über die Vor- und Nachteile dieses Baumaterials, das zu den ältesten der Welt zählt, aber nicht bei jedem Klima ratsam ist. Das gleiche gilt für Häuser aus Holz und Stroh.

Auf einem Rasen steht ein kleines Haus aus Holzbausteinen.
Häuser aus Holz oder nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh gelten als nachhaltig. Bild: pixabay image4you

Als Käufer bist du bei den folgenden Baustoffen, was Nachhaltigkeit betrifft, auf der richtigen Seite:  

  • Nachwachsende Rohstoffe (z. B. Holz aus zertifizierter Forstwirtschaft)
  • Recyclingfähige Materialien
  • Schadstoffarme Baustoffe (Stichwort: Wohngesundheit)

Welche Rolle spielen Lage und Infrastruktur für die Nachhaltigkeit? 

Ein oft unterschätzter Faktor für die Nachhaltigkeit einer Neubau-Immobilie ist die Lage. Denn nachhaltiges Wohnen endet nicht an Deiner Wohnungstür. Wenn Du für jeden Einkauf oder Arbeitsweg ins Auto steigen musst, relativiert das viele ökologische Vorteile deines Wohngebäudes.  

Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, kurze Wege zu Supermärkten, Schulen oder Ärzten und eine fahrradfreundliche Umgebung machen im Alltag einen großen Unterschied. Sie sparen Zeit, Kosten und Emissionen – und steigern ganz nebenbei deine Lebensqualität. Im Immobilienjargon sprechen wir hier von der 15 Minuten Stadt. 

Was haben Grundrisse mit Nachhaltigkeit zu tun? 

Je effizienter du die in der Wohnung zur Verfügung stehende Fläche nutzen kannst, desto nachhaltiger ist deine Immobilie. Eine durchdachte Wohnung, die flexibel nutzbar ist und keine unnötigen Flächen verschwendet, ist nachhaltiger als ein großzügiger, aber ineffizient geschnittener Wohnraum.  

Das gilt auch für Außenflächen wie Balkon oder Terrasse, Stellplatz und Keller. Brauchst du sie wirklich? Je effizienter die Wohneinheit geplant ist, desto günstiger ist sie hinsichtlich des Einsatzes von verwendeten Baumaterialien und desto energiesparender.  

Offene Wohn-Essbereiche mit Parkett und Fußbodenheizung sind im Neubau sehr oft zu finden.
Je besser die Flächeneffizienz desto nachhaltiger die Wohnung. Bild: pixabay

Für Dich bedeutet das: Achte darauf, ob die Immobilie zu Deinen Lebensplänen passt – auch langfristig. Denn jede ungenutzte Fläche verbraucht trotzdem Energie. Fragen die du dir im Vorfeld stellen kannst:  

  • Ist die Wohnfläche effizient geschnitten?
  • Gibt es flexible Nutzungsmöglichkeiten?  
  • Wird unnötiger Flächenverbrauch vermieden? 

Welche Zertifizierungen bieten Orientierung bei der Immobiliensuche? 

Neben den bereits erwähnten Effizienzhaus Standards gibt es spezielle Zertifikate und Siegel, die helfen, nachhaltige Immobilien auf den ersten Blick zu erkennen: Die aufgeführten Zertifikate bewerten Gebäude ganzheitlich – von der Planung bis zum Betrieb. 

  • DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) 
  • QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) 
  • LEED oder BREEAM (international) 

Du hast jetzt die zentralen Kennzeichen einer nachhaltigen Immobilie kennen gelernt. Halte Ausschau nach ihnen bei deiner Immobiliensuche auf neubau kompass. Hier findest du rund 1.400 Neubau-Immobilien, zahlreiche davon entstehen mindestens im Effizienzhaus Standard 55. Du findest die entsprechende Energieeffizienz-Kennzeichnung in Form eines roten Sterns im oberen Bereich der Projektseite gleich unter dem Einstiegsbild.  

FAQ zu „Ich will eine nachhaltige Immobilie“

Woran erkenne ich eine nachhaltige Immobilie auf den ersten Blick? 

Achte auf die Parameter: Energieeffizienzklasse, Effizienzhaus-Standard, Primärenergiebedarf (im Energieausweis) und Wärmedämmung (in der Baubeschreibung). 

Welche weiteren Indikatoren für Nachhaltigkeit gibt es? 

Neben den “Kennzahlen” einer nachhaltigen Wohnimmobilie wie Effizienzhaus Standard usw. kannst du die Flächeneffizienz (Grundriss/Schnitt der Wohneinheit) und auch die Lage mit einbeziehen.  

Warum spielt die Lage einer Immobilie eine Rolle für die Nachhaltigkeit? 

Je besser der Mikrostandort an Einrichtungen des täglichen Bedarfs und öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist, je weniger du deinen PKW für alltägliche Besorgungen brauchst, desto umweltfreundlicher ist der Standort.  

Title Image:   unsplashed / Vitaly Gariev

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